Wodka ist keine Lösung, sondern ein Destillat …

Der weinbrandt rät, curt München #76Der beziehungsresistente weinbrandt pflegt sowohl zur Wahrheit wie zur Damenwelt ein eher taktisches Verhältnis. Leidet er wie so oft an hartem Herzschmerz und möchte er dabei den ihm innewohnenden Quälgeist betäuben, greift er ab und an zu einem ehrlichen Tropfen: Hochprozentigem Kartoffelsaft. Denn alles ist relativ, nur Wodka ist absolut!

Will der weltkluge weinbrandt sich vor einer Dame aufmandeln, hebt er sein Schnapsglas und skandiert förmlich und fast ohne zu Schummeln folgenden Trinkspruch: „Давайте выпьем за то, чтобы мы испытали столько горя, сколько капель останется в наших бокалах!“  Was übersetzt nicht wie vermutet „Ab jetzt wird morgen scheiße!“  heißt, sondern „Trinken wir darauf, dass wir so viel Kummer erfahren, wie Tropfen, die gleich in unseren Gläsern übrig bleiben!“  Na Sdorowje!

Ja, Wodka macht nicht nur den weinbrandt eloquent, stattdessen verwandelt er scheinbar die gesamte Menschheit in rassige Russen. Jedoch bleibt bis dato unklar, wo genau der Getreide-Branntwein zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert erfunden wurde. Zu dieser Zeit hatte die Föderation zwar einen hohen Roggenüberschuss, jedoch stammt der erste offizielle Eintrag über die Herstellung eines Wodkas im Jahre 1405 aus Polen.

Übrigens, warum trinken die Deutschen Bier, die Schotten Whisky und die Russen Wodka? Selbstverfreilich: Damit man sie schon an ihrer Fahne erkennt. Obwohl der siebengescheite weinbrandt darauf hinweist, dass seine auffällige Ausatemluft nach einer durchzechten Nacht nur zum Teil vom Ethanol herrührt, das so gut wie geruchslos ist. Besser gesagt resultiert die Fahne vom knofeligen Konterdöner und den anderen Begleitstoffen, die jedem alkoholischen Gesöff sein typisches Aroma geben. Dazu gesellen sich die entsprechenden Abbauprodukte, sogenannte Fuselöle oder gar schwefelhaltige Bestandteile, die fies faulig riechen können. Der Mundmief duftet desto weniger unangenehm, je reiner das konsumierte Getränk ist, das idealerweise  hauptsächlich aus Wasser und Ethylalkohol bestehen sollte. Und Wodka ist nun mal der Schnaps, der diesem Idealbild am nächsten kommt.


Wenn sich der weinbrandt am Morgen danach pochenden Haarspitzenkatarrh eingefangen hat und die Bauchkirmes in vollem Gange ist, sind gerade seine Erinnerungslücken der Hauptgewinn am Boden eines jeden geleerten Wodkaglases.

Der weinbrandt rät: Finger weg vom Alptraum mit W: dubioser Discoschorle gemischt mit greisliger Gummibärenpipi! Dann lieber zur Wodkadegustation in den Salon Irkutsk, dem Abendbistro für franko-slawophiles Trinkvergnügen. Täglich ab 17 Uhr in der Isabellastraße 4 / Ecke Neureutherstraße // Salon Irkutsk

© 10/2013 by Christoph Brandt
Text aus der Rubrik “der weinbrandt rät …”, curt Magazin München #76, www.curt.de

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20
Jan 2014
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KATEGORIE Hirnverbrandtes
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