Gastbeitrag: Sexting …

Sexting

Bei dem Begriff “Sexting” handelt es sich um eine Wortspiel-Synthese aus “Sex” und “Texting”. Bezeichnet wird hiermit der Versand von selbst geschossenen Erotik-Fotos – in der Regel von der eigenen Person – via Instant Messages, soziale Netzwerke oder MMS. Sexting ist überwiegend bei Kindern und Jugendlichen beliebt, beschränkt sich jedoch keineswegs auf diesen Personenkreis. Die Thematik Sexting wurde besonders bekannt durch die kürzlich veröffentlichte Snapchat-Sicherheitslücke.

Soziologen berichten allerdings, dass es insbesondere junge Mädchen sind, die sich dazu bewegen lassen, für intime Bilder zu posieren und diese zu versenden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann die Verliebtheit sein, die Jungen und Mädchen im Teenageralter, aber teilweise auch Erwachsene dazu bringen, auf Wunsch der angebeteten Person intime Fotos zu erstellen und zu senden – etwa um sich dadurch eventuell die Chance auf eine Beziehung zu erhöhen.

Ein weiterer Grund ist die Gruppendynamik. Man sieht z. B. in einem sozialen Netzwerk sehr ästhetische Nacktbilder der besten Freundin, die eine – zumindest scheinbar – positive Resonanz bewirkt. Latente Konkurrenzgefühle und Geltungsdrang werden angeheizt – man will schließlich zeigen, dass man mithalten kann. Und insbesondere Jugendliche mit wenig sozialen Kontakten und mangelndem Selbstwertgefühl erhoffen sich mehr Aufmerksamkeit auf diesem Weg. Zudem ist der Gruppenzwang nicht selten erschreckend explizit: Man wird von Freunden ganz direkt aufgefordert, sich ebenfalls intim zu zeigen – man solle doch nicht so “verklemmt” und “spießig” sein. Und um das Gefühl zu haben, dazu zu gehören, gibt man sich einen Ruck und spielt mit.

Dass durch Sexting i. d R. weder freundschaftliche Verbindungen gefestigt noch seriöse Liebesbeziehungen erreicht werden, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Doch diese offenkundige Tatsache wird von den meisten Betroffenen entweder durch höchst naives Wunschdenken weggeglättet oder schlichtweg verdrängt – ebenso wie die Gefahr, dass man sich erpressbar macht.

Andererseits sollte Sexting auch nicht einer spröden Dämonisierungskampagne zu Opfer fallen: Solange es unter verantwortungsbewussten und vertrauenswürdigen Personengruppen stattfindet, ist dagegen nichts einzuwenden. Nur sollte man sich grundsätzlich über mögliche Gefahren von Sexting bewusst sein. In diesem Zusammenhang ist auch ein Mindestmaß an technischem Hintergrundwissen wichtig: Versendete Bilder hinterlassen immer Informationsspuren auf dem Empfängergerät, anhand derer sie auch nach Jahren wieder rekonstruiert werden können. Gelöscht ist also nicht gleich gelöscht. Und wer Intimfotos bei Facebook und Co. hoch lädt, sollte darüber im Bilde sein, in den entsprechenden Servern für Jahrzehnte gespeichert sein werden – auch wenn man sie selbst von der eigenen Profilseite wieder heruntergenommen hat. Zudem erlauben die meisten sozialen Netzwerke das Kopieren von Fotos anderer.

Gefährlich wird es immer dann, wenn Fremde Zugang zu intimen Fotos erhalten. Dies kann auch via Chatroom passieren. Unter falschen Namen loggen sich User ein, welche verschiedene dubiose Absichten verfolgen können.

Oft gaukeln sie Sympathie vor und richten den gesamten Gesprächsverlauf darauf aus, dass sich ihr Gegenüber “verliebt”. Unverbindlich werden Bilder ausgetauscht bis dann im vorletzten Schritt intimere Zonen des unbekannten Chatpartners angefordert werden. Von dem pädophilen Mann über die heimliche Pornoerstellung bis hin zur Erpressung ist grundsätzlich alles möglich.

Schätzungsweise jedes vierte Mädchen, das regelmäßig Chatrooms aufsucht, gefährdet, auf die Masche von Usern mit zweifelhaften Zielen hereinzufallen. Allzu verlässliche Statistiken gibt es in diesem Bereich nicht, und die Gründe sind leicht nachvollziehbar: Die meisten Opfer empfinden Scham und trauen sich nicht, von ihren Erlebnissen zu berichten.

Auch im engsten Vertrauten-Kreis kann das Sexting Gefahren bergen. In den meisten Fällen wird es im Rahmen von Partnerschaftsbeziehungen praktiziert. Erfolgt eine Trennung wird oft einiges unternommen, was den anderen verletzen oder sogar bloßstellen kann. Und für manch einen verbitterten Ex-Partner bietet es sich geradezu an, die während der Zeit des Verliebtseins empfangenen Nacktbilder zu veröffentlichen.

Dies sowie Erpressung, pädophile Handlungen, aber auch das Drängen auf die Erstellung von Erotikbildern sind Straftatbestände und sollten bei der Polizei angezeigt werden. In dem Moment, wo intime Fotos von Dritten verbreitet werden, liegt nach § 201ein Rechtsbruch vor.

Besonders bei Eltern ist eine erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Kinder sollten in Bezug auf Sexting aufgeklärt und idealerweise einer Kontrolle hinsichtlich ihres Internet-Verhaltens unterzogen werden. Für den Schutz ihrer Sprösslinge können Eltern unter anderem auf Kinderschutzsoftware zugreifen. Die McAfee Family Protection Software bietet die Möglichkeit, Kinder bzgl. Chat und Sexting Verhalten zu überwachen und somit präventiv in die Entwicklung der Chatverläufe einzugreifen durch die Lieferung von Aktivitätsprotokollen. Ob die Überwachung der eigenen Kinder der richtige Erziehungsweg ist, muss jeder mit sich selbst vereinbaren. Kinder sollten hierbei jedoch von ihren Eltern über die Überwachung aufgeklärt werden.

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04
Nov 2014
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