Der/die nächste Weinkönig(in) …

Ungern geizt er mit seiner umfassenden Kompetenz. Wann immer sich ihm eine günstige Gelegenheit bietet, füllt der weinbrandt einen jeden solange gnadenlos mit seiner soliden Kenntnis in Sachen Wein ab, bis dieser anfangs Wissensdurstige keinen einzigen Tropfen mehr in sich aufnehmen kann. Dabei referiert der weinbrandt in erster Linie über praktische Fragestellungen, zum Beispiel wie man Weiße oder Rote an der Farbe erkennt, bis hin zu hochphilosophischen Phrasen wie „Je stärker der Wein, desto schwächer das Bein“.

Um sich solch imposantes Know-how anzueignen, sind Weinneulinge konträr zum weinbrandt keineswegs verpflichtet, sich über Dekaden hinweg von Weinlaien in Weinleichen zu verwandeln. Oder brauchen nicht den Wein-Brockhaus bei längeren Lokus-Sitzungen kapitelweise auswendig zu lernen. Fehlanzeige! Es ist zweifelsohne möglich, die wundervolle Welt des Weins wesentlich amüsanter, pragmatischer und dazu noch auf spielerische Weise für sich zu entdecken.

Dieser Gedanke schwirrte wohl auch in den Köpfen der Münchner Gerhard Grubbe und Guido Walter herum. Grubbe, seines Zeichens erfahrener Spiele-Autor, und Walter, diplomierter Weinakademiker und Weinfachhändler, leuchtete ein, dass Gaudi und Interaktion der Schlüssel dazu sind, neu Erlerntes schnell und ohne Mühe zu verinnerlichen. So setzten sich beide eines Abends bei einer schönen Flasche zusammen und entwickelten gemeinsam „Das Weinspiel“.

Der weinbrandt möchte allen, denen Weinwälzer zu langatmig und simple Frage-Antwort-Aufgaben zu dröge sind, diesen informativen Spiele-Spaß wärmstens ans Herz legen. Man würfelt, sammelt Rebsorten und Fässer und stibitzt die Karten der Kontrahenten. Immer in der Hoffnung auf die goldene Krone, die einen zur Weinkönigin bzw. zum Weinkönig macht, erfährt man in einer Art Basis-Sommelierkurs ganz nebenbei, dass es sich bei einem Bocksbeutel um keinen Körperteil einer Ziege handelt, wo der pfeffrige Grüne Veltliner wächst oder welcher Wein perfekt zu Sushi passt. Es stört den weinbrandt zwar, dass nicht der Connaisseur mit dem größten Weinwissen die besten Gewinnchancen hat, sondern derjenige, der am taktischsten und mit ein wenig Glück agiert, aber für ihn gilt ohnehin die Devise: „Alter Wein und junge Weiber sind die tollsten Zeitvertreiber.“


Der weinbrandt rät: „Das Weinspiel“ von Gerhard Grubbe und Guido Walter. Erhältlich für 49,95 Euro in der Weinabteilung Galeria Kaufhof am Marienplatz. curt verlost ein Exemplar. Das Gewinnspiel findet ihr auf curt.de

© 11/2011 by Christoph Brandt
Text aus der Rubrik “der weinbrandt rät …”, curt Magazin München #70, www.curt.de

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16
Jan 2012
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KATEGORIE Hirnverbrandtes
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