Folgenden Kalauer schreibt er gleich in sein Buch für die Nachwelt: „Geht der weinbrandt an einem Wirtshaus vorbei …“ Schnurzpiepegal! Eine dermaßen hanebüchene Hanswurstiade perlt an ihm ab wie H2O an einer Ente. Denn der sagenumwobene Weinselige ist keineswegs leicht verwundbar oder nah am feuchten Element gebaut, sondern vielmehr mit allen Wassern gewaschen. Und gelegentlich landet auch mal ein Schluck saurer Sprudel, vom weinbrandt augenzwinkernd als Hartz-IV-Schampus tituliert, in seinem Glas.
Mehr …
Seit jeher versuchen die Menschen, ihre Nahrungsmittel dauerhaft haltbar zu machen. Schließlich sichert das Vorräte in harten Zeiten der Entbehrung. Dieser Tage liest der weinbrandt – selbst ein lebendes Fossil – häufiger über genießbare Gewürzgurken im Glas von 1928, Schweineschmalz-Care-Pakete, die man nach dem Zweiten Weltkrieg in millionenfacher Ausführung frei in West-Deutschland verteilte und die jetzt knickerigen Friedhofsverweigerern die Existenz sichern oder Polarforschern, die Mitte des 19. Jahrhunderts statt durch die klirrende Kälte noch von einer Bleivergiftung ihrer minderwertigen Konservendosenverpflegung dahingerafft wurden. Aber wie ist es eigentlich um die Wein-Widerstandsfähigkeit bestellt?
Mehr …
Ungern geizt er mit seiner umfassenden Kompetenz. Wann immer sich ihm eine günstige Gelegenheit bietet, füllt der weinbrandt einen jeden solange gnadenlos mit seiner soliden Kenntnis in Sachen Wein ab, bis dieser anfangs Wissensdurstige keinen einzigen Tropfen mehr in sich aufnehmen kann. Dabei referiert der weinbrandt in erster Linie über praktische Fragestellungen, zum Beispiel wie man Weiße oder Rote an der Farbe erkennt, bis hin zu hochphilosophischen Phrasen wie „Je stärker der Wein, desto schwächer das Bein“.
Mehr …
Der weltweit Ton angebendste Weinkritiker Robert Parker ist total spitz auf sie: Seit den 90er-Jahren überschüttet er die von ihm so geschätzten Gelee-Rebsäfte aus Kalifornien mit positiven Bewertungen, was deren zukünftigen Marktwerk meist erheblich potenzierte. Schnell rochen profitgeile internationale Unternehmen Lunte, sprangen auf den Zug auf und begannen vielerorts, Massen an besonders starken, sprich fetten Tropfen zu produzieren. Dem weinbrandt ist dieser grausige Trend gehörig zu Kopf gestiegen.
Mehr …
Der asiatische Bierdurst ist hinlänglich bekannt, macht dieser sich doch etwa dadurch bemerkbar, dass uns Münchnern von Jahr zu Jahr die begehrtesten Wiesn-Tische vom fernen Osten aus vor der Nase weggefaxt werden. Für ein derartiges Phänomen mag der vinophile weinbrandt nur ein müdes Lächeln übrig haben. Beim Gedanken, dass die Menschen aus dem Land der aufgehenden Sonne mehr und mehr Geschmack am vergorenen Rebensaft finden, läuft es ihm allerdings eiskalt den Buckel herunter.
Mehr …
Wenn sich mal wieder kurzfristig Besuch ankündigt, will der weinbrandt seine werten Gäste natürlich auch nach Strich und Faden verpflegen. Dumm nur, wenn sich just in dem Moment der Inhalt der Speiskammer genauso präsentiert wie sonst die Ausreden des weinbrandts: verhältnismäßig mager oder schon ziemlich faul. Aber selbstverständlich hält der weinbrandt einen Trumpf in der Hinterhand. Denn das, was wir nicht essen, könnten wir ja trinken: nämlich Wein aus grau angeschimmelten Trauben.
Mehr …